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Der
mächtige Fürbitter
"Gehet
zu Josef!" (Gn 41,55)
Die heilige Teresa von Avila, die 1970 zur Kirchenlehrerin
erklärt wurde, schreibt in ihrer Autobiografie:
"Zu meinem Fürsprecher und Herrn erwählte ich den
glorreichen heiligen Josef und empfahl mich ihm recht
inständig. Und in der Tat, ich habe erkannt, daß dieser
Vater mein Vater und Herr es gewesen, der mich sowohl
aus meiner damaligen Not als auch aus anderen noch
größeren Nöten, die meine Ehre und das Heil meiner
Seele betrafen, gerettet und mir sogar noch mehr
verschafft hat, als ich zu bitten gewußt.
Ich erinnere mich nicht, ihn bis jetzt um etwas
gebeten zu haben, was er mir nicht gewährt hätte.
Ja, es ist zum Erstaunen, welch große Gnaden mir Gott
durch die Vermittlung dieses glückseligen Heiligen verliehen
und aus wie vielen Gefahren des Leibes und der Seele er
mich durch ihn befreit hat. Anderen Heiligen scheint der Herr
die Gnade gegeben zu haben, nur in einem bestimmten
Anliegen helfen zu können; diesen glorreichen Heiligen aber
habe ich in allen Stücken als Nothelfer kennengelernt.
Der Herr will uns ohne Zweifel zeigen, daß er ihm im Himmel
alles gewähre, was er von ihm begehrt, nachdem er ihm auf
Erden als seinem Nährund Pflegevater, der das Recht hatte,
zu befehlen, untertänig gewesen war. Dies haben auch
einige andere Personen, denen ich geraten habe, sich ihm zu
empfehlen, erfahren... Ich möchte jedermann zureden, diesen
glorreichen Heiligen zu verehren, weil ich aus reicher Erfahrung
weiß, wie viele Gnaden er bei Gott erlangt. Niemals habe ich
jemand kennengelernt, der eine wahre Andacht zu ihm trug und
durch besondere Übungen ihm diente, an dem ich nicht auch
einen größeren Fortschritt in der Tugend wahrgenommen
hätte;
denn er fördert die Seelen, die sich ihm anempfehlen, gar sehr.
Soviel ich glaube, flehe ich ihn schon seit einigen Jahren,
jedesmal an seinem Festtage, um eine besondere Gnade an,
und immer sehe ich meine Bitte erfüllt. Ist diese nicht ganz
rechter Art, so lenkt er sie zu etwas Besserem für mich.
Wäre ich eine Person, deren Schriften ein Ansehen hätten,
so wollte ich gern die Gnaden, die dieser glorreiche Heilige
mir und anderen Personen schon erwiesen hat, im einzelnen
recht umständlich erzählen... Wer immer meinen Worten
nicht
glauben will, den bitte ich um der Liebe Gottes willen, einen
Versuch zu machen; er wird dann erfahren, welch großen
Nutzen es bringt, wenn man sich diesem glorreichen
Patriarchen empfiehlt und ihn mit Andacht verehrt."
Ein anderer eifriger Verehrer des heiligen Josef, der große
Kirchenlehrer Franz von Sales, sagt in einer Predigt:
"Wir dürfen überzeugt sein, daß der glorreiche
heilige Josef droben im Himmel viel vermag... Wie glücklich
wäre ich doch,
wenn wir uns seine Fürsprache verdienen könnten!
Denn weder unsere Liebe Frau noch der Heiland schlagen ihm
etwas ab. Er wird uns durch seine Fürbitte zu großem
Fortschritt
in allen Tugenden verhelfen, wenn wir nur Vertrauen zu ihm
haben, - vor allem aber in jenen Tugenden, die er in so hohem
Grade besaß: in der Lilienreinheit des Leibes und der Seele,
in
der so liebenswürdigen Tugend der Demut; ferner in der
Standhaftigkeit, Kraft und Ausdauer, die auch uns zum Sieg
über unsere Feinde verhelfen, damit wir uns dann im ewigen
Leben der Belohnung erfreuen dürfen, die jenen bereitet ist,
die in ihrem Erdendasein dem Beispiel des heiligen Josef
gefolgt sind. Und diese Belohnung ist keine geringere als die
ewige Seligkeit, ist die Wonne der klaren Schau des Vaters, des
Sohnes und des Heiligen Geistes. Gott sei gebenedeit!"
(Mit freundlicher Genehmigung zur
Veröffentlichung aus:
"Der heilige Josef", 1981 Kanisius Verlag)
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