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Novene
zum Hl. Josef
1. Tag - Verlobter und Beschützer Marias
"Der Engel Gabriel wurde von Gott in die Stadt Nazareth
in Galiläa zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem
Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus Davids
stammte, und ihr Name war Maria." Lk 1, 26f
Der Galiläer Josef von Nazareth hat sich mit einem jungen
Mädchen namens Maria verlobt. Nach jüdischem Eherecht
kam die vor Zeugen erfolgte Verlobung bereits der eigentli-
chen Eheschließung gleich. Josef bekennt sich also zu
Maria; gemeinsam mit ihr möchte er den Weg durchs
Leben gehen. Josef war zwar alles andere als reich und
angesehen, aber er stammte aus gutem Haus. Er war ein
"Sohn Davids", ein Nachfahre seines großen Ahnherrn
David, aus dessen Geschlecht der Messias hervorgehen
sollte. Weil Josef der gesetzliche Gatte Marias war,
konnte Jesus nach der Rechtssprechung seiner Zeit
beanspruchen, Erbe Davids, des messianischen
Geschlechtes zu sein. Josef, wie viele von uns warst du
verlobt und verheiratet. Wir bitten dich, leihe uns deine
Unterstützung, damit wir gute Eheleute und Eltern seien,
und sei uns ein mächtiger Fürsprecher in unseren Anliegen.
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2.
Tag - Josef - der gerechte Mann
"Noch bevor sie in der Ehe zusammenlebten,
zeigte es sich, daß sie ein Kind erwartete -
durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht
war und sie nicht
blosstellen wollte, beschloß, sich in aller Stille von ihr zu
trennen." Mt 1,18f
Josef
wurde der Mutterschaft Marias gewahr, ohne daß er in das Geheimnis
einbezogen worden
wäre. Aber er behält einen kühlen Kopf; er beschuldigt
und verstößt seine Frau nicht.
Wie es der frommen Gesinnung eines alttestamentlichen Gerechten entspricht,
erbarmt er sich
seiner Verlobten, indem er sich von ihr trennen will. Dieses sein
Verhalten zeigt Josef als stillen,
feinfühligen und zurückhaltenden Pflegevater Jesu. Heiliger
Josef, du gerechter und frommer
Mann. Weise uns den rechten Weg, der zu dir in den Himmel führt.
Hilf uns gerecht und fromm
zu leben, und sei uns ein mächtiger Fürsprecher in unseren
Anliegen.
3.
Tag - Josef - der Mann der göttlichen Erwählung
"Während
er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn
im Traum und sagte:
Josef, Sohn Davids, scheue dich nicht, Maria als deine Frau zu dir
zu nehmen; denn das Kind,
das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebähren;
ihm sollst du den
Namen Jesus geben. Als Josef erwachte, tat er, was der Engel
des Herrn ihm befohlen hatte,
und nahm seine Frau zu sich."
Mt 1,20f.24
Josef versteht nicht so recht, was vor sich geht. Er läuft
Gefahr, seine ihm zugedachte Aufgabe
zu verfehlen. Da empfängt er eine "persönliche - Verkündigung
-". Gott zieht ihn ins Vertrauen.
Er wird auf Erden "zum Mann der göttlichen Erwählung":
ein Mann mit einer besonderen
Vertrauensstellung. Er erhält seinen Platz in der Heilsgeschichte."
Und wie Maria sagt er sein
Ja und gehorcht. Die ihm zugedachte Aufgabe, Vaterstelle beim Messias
auszuüben, füllt
er vollständig mit seinem ganzen Leben aus. Heiliger Josef, hilf
mir, darauf achtzugeben, was
Gott mit mir vorhat, und ihm keinen Widerstand entgegenzusetzen. und
sei uns ein mächtiger
Fürsprecher in unseren Anliegen.
4.
Tag - Josef - ein Mann des Gehorsams
"So ging auch Josef von der Stadt Nazareth in Galiläa
hinau nach Judäa in die Stadt Davids, die
Bethlehem heißt, weil er aus dem Haus und dem Geschlecht Davids
war. um sich mit Maria,
seiner Vermählten, die ein Kind erwartete, eintragen zu lassen."
Lk
2,4f.
Kaiser Augustus möchte alle Bewohner des Römischen Reiches
in Steuerlisten erfassen. Als
gehorsamer Staatsbürger begibt sich Josef dazu in seine Vaterstadt;
seine Frau ist
hochschwanger. Josef unterzieht sich dieser Pflicht, wie er auch auf
das Wort Gottes hört und
es befolgt. "Das ist der echte, gegen allen Anschein auf Gott
vertrauende Fromme, der
Gehorsam zu Gehorsam führen läßt" (A. Vögtle).
Josef, du Mann des Gehorsams, hilf mir, mich ganz der Vorsehung zu
überlassen und dem
Vater im Himmel zu gehorchen; sei uns ein mächtiger Fürsprecher
in unseren Anliegen.
5. Tag - Josef - ein glaubender Mensch
"Als die Engel von ihnen fort in den Himmel zurückgekehrt
waren, sagten die Hirten zueinander:
Kommt, wir gehen nach Bethlehem, um dieses Ereignis zu sehen, das
uns der Herr kundgetan
hat. So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das
in der Krippe lag."
Lk 2,15f.
Josef und Maria befinden sich mit ihrem Kind Jesus in der Umgebung
von Bethlehem in einer
Höhle. In ihrer Nähe sind Hirten, die damals zu den verachtetsten
Menschen gehörten. Sie
kommen eilends herbei, um das Kind zu sehen. - Josef unterstützt
Maria, wo er nur kann. Er
weiß um ihr Geheimnis, hält sich aber still im Hintergrund
und gehorcht und betet und glaubt.
Josef, dein schlichter, treuer Glaube sei Vorbild für meine Hingabe
an Jesus und seinen Vater
im Himmel. Sei uns ein mächtiger Fürsprecher in unseren
Anliegen.
6. Tag - Josef - ein "Mann der Tat"
"Als die Magier wieder gegangen waren, erschien dem Josef
im Traum ein Engel des Herrn und
sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter und flieh nach Ägypten...
Da stand Josef auf
und floh in der Nacht mit dem Kind und dessen Mutter nach Ägypten.
Als Herodes gestorben
war, erschient dem Josef in Ägypten ein Engel des Herrn im Traum
und sagte: Steh auf, nimm
das Kind und seine Mutter und zieh in das Land Israel... Und weil
er im Traum einen Befehl
erhielt, zog er in das Gebiet von Galiläa und ließ sich
in der Stadt Nazareth nieder."
Mt 2,13f.19.22f.
"Die ganze Lebensbeschreibung Josefs und das Vollmaß
seiner Heiligkeit sind in dem Wort
enthalten: "Er tat es". Josef, wie wir ihn aus dem Evangelium
kennen, war ein Mann der Tat."
Die Stimme aus der Höhe weist ihn an, nach Ägypten zu fliehen,
um dem Kindermord von
Bethlehem zu entgehen. Und er tut es mit schlichter Selbstverständlichkeit.
Und als die Gefahr
vorbei ist, wird er wieder zurückgerufen. Und auch jetzt hört,
gehorcht und führt aus. Josef - kein
Mann vieler Worte (in der Biebel ist kein einziges Wort von ihm überliefert),
sondern ein Mann
der Tat. Heiliger Josef, du "Mann der Tat", statt großer
Worte, Zweifel und Widerreden, du hast
das Aufgetragene einfach ausgeführt. Hilf auch uns, zu tun statt
zu reden, und sei uns
ein mächtiger Fürsprecher in unseren Anliegen.
7. Tag - Josef - ein Mann des Geheimnisses
"Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn
zu weihen... Und als die Eltern
Jesus hereinbrachten, um zu erfüllen, was das Gesetz verlangt,
nahm Simeon das Kind in seine
Arme und pries Gott mit den Worten: ... Denn meine Augen haben das
Heil gesehen, das du vor
allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet,
und Herrlichkeit für dein Volk
Israel. - Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte,
die über Jesus gesagt wurden...
Als seine Eltern alles getan hatten, was Gesetz des Herrn vorschreibt,
kehrten sie nach Galiläa
in ihre Stadt Nazareth zurück."
Lk 2,22.27f.33.39
Josef staunt über die Worte Simeons, der wie Josef ein gerechter
und frommer Mann ist. Josef
nimmt Anteil an dem Geheimnis, das Jesus umgibt, er ist eingeweiht.
Aber er "bleibt in Christus
verborgen, in seinem Geheimnis und seiner Sendung". Und genauso
blieb "der Sohn Gottes,
das fleischgewordene Wort, während seines irdischen Lebens verborgen;
er verbarg sich im
Schatten Josefs." Josef war schon gestorben, bevor Jesus mit
seiner Predikttätigkeit begann.
Er nahm es mit ins Grab, das Geheimnis des Messias und das Geheimnis
seines bescheidenen, aber nicht unwichtigen Anteils daran. Heiliger
Josef, du warst eingeweiht in das
Geheimnis des Gottessohnes. Aber auch wir, Söhne Gottes, sind
einbezogen in das große
Geheimnis von Schöpfung, Erlösung und Vollendung. Und wir
bitten dich, sei uns ein mächtiger
Fürsprecher in unseren Anliegen.
8. Tag - Josef - der gute Pflegevater
"Seine Eltern reisten jedes Jahr zum Paschafest nach Jerusalem."
Auch als Jesus 12 Jahre alt
geworden war, zogen sie hinauf. Bei der Rückkehr aber blieb er
in Jerusalem, "ohne daß seine
Eltern es merkten". Sie suchten und fanden in schließlich
nach drei Tagen im Tempel unter
staunenden Zuhörern. "Als seine Eltern ihn sahen, gerieten
sie außer sich, und seine Mutter
sagte zu ihm: Kind, warum hast du uns das angetan? Dein Vater und
ich suchten dich voller
Angst. Da sagte er zu ihnen: Wie konntet ihr mich suchen? Wußtet
ihr nicht, daß ich im Haus
meines Vaters sein muß? Doch sie verstanden nicht, was er damit
meinte. Dann kehrte er mit
ihnen nach Nazareth zurück und war ihnen gehorsam."
Lk 2,41-51
Jesus unterstellt sich seinen Eltern in allem,wie das im Orient
üblich ist. Josef und Maria sorgen für ihren Sohn. Sie geben
das Beispiel einer zugleich menschlichen wie heiligen Familie. Und
Josef ist ein herzensguter Vater. Er ist "der Mann eines beispielhaften
Gottvertrauens,
Glaubens und Gehorsams, der Mann der keuschen Ehrfurcht, der treuen
Arbeit und Fürsorge für
seine Familie. (A. Vögtle).
Heiliger Josef, hilf uns, unseren Kinder gute Eltern zu sein, und
daß wir allen, die mit uns zu tun
haben, mit väterlichen Wohlwollen begegnen. Und sei uns ein mächtiger
Fürsprecher in unseren
Anliegen.
9. Tag - Josef - "ein Mann der Arbeit"
"Und sie sagten: Ist das nicht Jesus, der Sohn Josefs, dessen
Vater und Mutter wir kennen?"
Joh 6,42
"Ist das nicht der Sohn des Zimmermanns?
Mt, 13,55
Josef "ist ein Mann der Arbeit". Er ist Zimmermann, ein
damals im Orient wenig geachtetes
Gewerbe, das sich meist kaum lohnte. Deshalb läßt ja später
die überaus bescheidene Herkunft
Jesu die Leute die Nase über ihn rümpfen. Josef "ist
ein Mann der Arbeit". Er arbeitet in
bescheidener und doch großartiger Weise mit am Werk der Erlösung.
Seine Taten sind
"einfache Alltagshandlungen, die aber gleichzeitig eine klare
Bedeutung für die Erfüllung der
göttlichen Verheißung in der Geschichte des Menschen besitzen;
Werke, die von geistiger Tiefe
und reifer Schlichtheit erfüllt sind." Josef, du Vorbild
treuer Pflichterfüllung, hilf uns, unsere
Arbeit gewissenhaft und gut zu erfüllen, und sein uns ein mächtiger
Fürsprecher in unseren
Anliegen.
(Die nicht gekennzeichneten Zitate stammen von Papst Johannes Paul
II. aus einer Ansprache,
die er am 19. März 1980 gehalten hat.).
(Mit freundlicher Genehmigung und kirchlicher Druckerlaubnis: aus
"der Heilige Josef, Kanisius Verlag) |
Leseempfehlung:
"Klopft an! Novenensammlung (Parvis-Verlag, CH)
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