Die Verehrung des heiligen Josef

Die Verehrung des heiligen Josef begann im Spätmittelalter
aufzblühen. Im vierzehnten Jahrhundert verfaßte Kardinal Peter
d'Ailly als erster eine theologische Abhandlung über diese
Verehrung, und sein Schüler Gerson, wie er Kanzler der
Universität Paris, führte in streng theologischen Werken die
Gründe auf, warum Josef von den Gläubigen zu verehren sei.
Später waren es der Franziskaner Bernhardin von Siena, der große Prediger des fünfzehnten Jahrhunderts, der Dominikaner
Isidor de Isolanis im sechzehnten Jahrhundert und, zur gleichen
Zeit, vielleicht noch mehr, die große Mystikerin Teresa von Avila
und danach der heilige Franz von Sales, die durch ihre Lehre,
Schriften und Beispiel dazu beitrugen, diese Verehrung unter
das Volk zu bringen.


Papst Sixtus IV. führte 1481 das Fest des heiligen Josef
in das Brevier und das Römische Missale ein; Gregor XV.
erhob es 1621 zu einem gebotenen Feiertag für die ganze
Kirche;

Klemens X. erhöhte 1670 den Rang des Festes;
1714 bereicherte Klemens XI. das Fest mit einem eigenen
Meßformular und Offizium, und Benedikt XIII. fügte den Namen
des Heiligen in die Allerheiligenlitanei ein. 1847 dehnte Pius IX.
das einigen Bistümern oder bestimmten Ordensgemein-schaften bewilligte Schutzfest des heiligen Josef auf die ganze
Kirche aus. Auf unzählige Bitten hin, die aus der ganzen
christlichen Welt an ihn gelangten, proklamierte er am
08. Dezember 1870 den heiligen Josef feierlich zum
Schutzherrn der gesamten Kirche. Leo XIII. legte in seinem
Rundschreiben "Quantum pluries" vom 15. August 1889 die
Gründe und besonderen Motive dar, weshalb Josef zum
Beschützer der Kirche berufen ist. Das ihm anvertraute
Schutzamt kommt ihm mit Recht zu aufgrund der Aufgaben,
die er einst im trauten Kreise von Nazareth bei Jesus und Maria
ausübte. Da er einst durch den Willen Gottes für die Heilige
Familie sorgte und den Sohn Gottes und dessen Mutter, in der
die ganze Kirche keimhaft enthalten war, behütete, soll er jetzt
im Himmel die Sendung, die er an der jungen Kirche versah,
immerzu weiterführen.

(Mit freundlicher Genehmigung zur Veröffentlichung aus: "Der heilige Josef", 1981 Kanisius Verlag)



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